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Vom Bautisch zum Erstflug - hier steht´s drin

Baubericht Frisch Wilga 1:3,5

Spannweite: 3,20 Meter

Nun war es soweit, dass Traummodell ist bei mir im Bastelkeller angekommen. Am Donnerstag den 21.02.2008 wurde die Wilga von mir und Christoph um 24:00 Uhr ausgeladen. Da es ja doch reizt, habe ich sofort am nächsten Tag mit dem Bau begonnen.

Baubeginn: 22.02.2008

Nach Durchsicht der umfangreichen Bauanleitung nebst Zeichnungen konnte es sofort losgehen. Zunächst habe ich zwei 10 mm Buchenrundholzstäbe vorne im Rumpf zwischen Rumpfspant und Rippenanformung des Rumpfes angepasst und mit 5 Min Epoxi verklebt. Der Grund für diesen Schritt ist, dass sich der Rumpf beim Ausschneiden der Fenster nicht verzieht.

Anschließend wurden  mit viel Mühe die Fenster mit einer Ministichsäge ausgeschnitten und die Kanten glatt geschliffen.

Gleichzeitig habe ich die Fahrwerksausschnitte erstellt.

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Als nächstes habe ich den Ringspant in den Rumpf geharzt, der zur Festigkeit der Rumpfzelle beiträgt.

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Die Spornradbefestigung habe ich aus 5 mm Birkensperrholz erstellt.

Zwei M4 Einschlagmuttern verklebt und das ganze in den Rumpf geharzt.

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Nun konnte ich die Fahrwerksaufnahme vorbereiten, die Alubügel für die Fahrwerksstreben erstellen.

Der Fahrwerksockel wurde angepasst und die Einschlagmuttern montiert und verklebt

Anschließend wurde die ganze Fahrwerkseinheit zentriert und in den Rumpf geharzt.

Nach der Trocknung stand die Wilga schon auf ihrem Fahrwerk.

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  • Die Verstärkungen für den Rupf im Bereich des Deckels habe ich als nächstes eingeharzt.

Die Befestigung des Deckels wird mit zwei M3 Einschlagmuttern ermöglicht. Im vorderen Bereich wird der Deckel nur geklemmt und durch eine Leiste gehalten.

Nun konnten die beiliegenden Holzteile für das Schleppkupplungsservo eingeharzt werden.

Die Schleppkupplung habe ich selbst erstellt, und das ganze mit der Servohalterung verschraubt.

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Als nächstes habe ich mit dem Bau des Höhenruders und der Tragflächen begonnen.

Die einzelnen Bauabschnitte stellen sich wie folgt dar:

    Nasenleisten ankleben und verschleifen

  • Scharniere ein - und ankleben
  • Aufnahme für die Kohlestange (dient als Scharnierstange für das Höhenruder) ankleben und anschließend rund schleifen.
  • Alle Ruder wie in der Bauanleitung beschrieben verkasten und verschleifen.
  • Randbögen verkasten und verschleifen.
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In den Flächen muss man die Ausschnitte für die Querruderservos sowie den Servos für die Landeklappen selbst erstellen.

Ich habe mir bei der Wilga Servokästen aus Pappelsperrholz gebaut. Unten am Boden kann man vier M3 Einschlagmuttern anbringen, so ist das Verschrauben des Deckels auch mit Imbusschrauben (Feingewinde) möglich.

Natürlich gibt es im Modellbaufachhandel diverse Servohalterungen zu kaufen, die diese Arbeiten überflüssig machen.

Das Servo selbst ist von innen auf dem Deckel mit Aluminiumwinkel verschraubt.

Die Rahmen wurden mit PU Leim in die Flächen eingeklebt.

Der Deckel ist aus 4mm Birkensperrholz erstellt  und wird mit vier M3 Imbusschrauben auf den Rahmen verschraubt. Das ganze ist problemlos bei einem nötigen Tausch des Servos  zugänglich.

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Die Anlenkungen für die Querruder wurden aus 3 mm Gewindestange die mit einem Kohlerohr überzogen wurde erstellt.

Auf der Servoseite habe ich einen 3 mm Gabelkopf und auf der Ruderseite einen 3 mm Kugelkopf der mit zwei Ruderhörnern verschraubt ist, verwendet.

Dies gibt eine absolute stabile und spielfreie Anlenkung.

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Das Anpassen der Flächen an dem Rumpf ist mit viel Sorgfalt vorzunehmen, damit auch alles nachher gut passt. Ich habe mir eine Schablone von der Anformung der Wurzelrippe erstellt, und die Maße für das Steckungsrohr und dem Holzdübel der als Verdrehsicherung dient sowie der Gewindebuchse für die Flächensicherung übertragen. Das ganze wurde anschließend auf dem Rumpf übertragen und die nötigen Bohrungen und Ausschnitte erstellt. Die beiliegenden Hülsen für das Steckungsrohr wurden angepasst und eingeharzt.

Die Flächen wurden nach dem schleifen mit Oracover Bügelfolie versehen.

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Das Seitenruder wurde nach Bauplan erstellt, verschliffen und montiert.

Der Tank wird vorne hinter dem Rumpfspant von zwei selbst erstellten Halterungen quer eingebaut.  Darüber wird das Cokbit  auf zwei eingeklebten Streifen Balsaholz montiert.

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Dank des als Zubehör erhältlichen Motorträger ist der Einbau des Motors ein Kinderspiel.

Der Motorträger muss nur im Bereich der Alubügel etwas ausgearbeitet werden und kann anschließend mit 14 D-Looks und den passenden M4 Imbusschrauben angeschraubt werden. Als Motor habe ich einen King 100 RVS gewählt, der für die Wilga einfach ideal ist.

Der Motorträger muss vorne passend ausgeschnitten werden. Alex Frisch hat dies aber schon vorgezeichnet, dadurch ist eine schnelle Montage des Motors möglich. Nach dem Anbringen der passenden Bohrungen und dem verkleben der Einschlagmuttern ist der Motor rasch montiert.

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Die Zündung läst sich problemlos oben aus dem Motorträger mit zwei Kabelbindern befestigen.

Die Dämpfer wurden mit zwei Halterungen aus dem Hause Krumscheid unter dem Rumpf befestigt.

Das Gasservo wurde innen gegen den Rumpfspant geschraubt wodurch eine direkte parallele Anlenkung des Vergasers erreicht wurde.

Den Ausschnitt im Rumpfspant habe ich mit einem Fliegengitter versehen, dies verhindert dass Schmutz in den Vergaser gerät.

Als Servobrett habe ich ein Pappelsperrholzbrett verwendet, das mit Kohlegewebe überzogen wurde. Auf diesem Brett wurden die zwei Hitec 805 BB für das Höhen – und Seitenruder, sowie die Empfänger, der Kreisel und die Akkus für Zündung und Empfangsanlage montiert.

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Die Akkus sind auf einer GFK Platte montiert, die durch Gummipuffer mit der Grundplatte verschraubt wurden.

Die komplette Grundplatte für die Elektronik habe ich durch Verschraubung so montiert, dass sie jederzeit demontiert werden kann, wenn irgendwelche Reparaturen notwendig werden sollten.

Die als Zubehör erhältlichen Sitze habe ich zusammengebaut und auf einer zweigeteilten Grundplatte aus Balsaholz verklebt. Diese beiden Einheiten lassen sich über der kompletten Elektronikplatte verschrauben und schon sieht die ganze Sache scale aus.

Die selbst gebauten Steuerknüppel runden das ganze natürlich ab.

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Die ganze Einheit sowie große Teile des Innenraumes der Wilga habe ich mit Graphitlack aus dem Baumarkt gespritzt, dies verleiht der Wilga im Inneren ein tolles Finish.

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Hier sieht man die geteilten Sitzbretter, darunter ist die Elektronik zu sehen.

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Die sonstigen anfallenden Arbeiten wie Anlenkung des Höhenruders sowie Anlenkung des Seitenruders durch Seilzüge ist jedem individuell selbst vorbehalten.

Als Tipp möchte ich noch mit auf dem Weg geben, das die Seilzüge in dem Bereich wo sie hinten aus dem Rumpf geführt werden, durch Metallbügel geschützt werden. Dies verhindert ein verhacken des Schleppseiles, wodurch die Gefahr einer abgerissenen Anlenkung vermieden wird.

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Das Höhenruder wird bei meiner Wilga durch eine 6 mm Kohlestange angelenkt.

Ich kann jedem auch nur empfehlen ein Schleppseil zu benutzen, dass im Bereich des Höhenruders mit einer Kunststoffstange versehen ist. (Siehe Tipps) Der nicht zu vernachlässige Vorteil ist, dass sich das Seil nie in der Flosse des Höhenruders verhacken kann. Bei unserem Modellflugkameraden Ulf Reichmann ist so ein Seil für kleines Geld zu erwerben.

Nachdem nun alles soweit fertig gestellt war habe ich Kontakt mit meinem Lackierer aufgenommen und die Einzelheiten besprochen. Ich habe alles weitgehend wieder demontiert und alle nötigen Dinge abgeklebt. Die Wilga wurde mit Basislack und anschließend mit Klarlack lackiert.

Nach zwei Tagen habe ich den lackierten Rumpf sowie die Motorhaube vom Lackierer abgeholt und war sehr zufrieden.

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Nun folgten die schönen Arbeiten indem alles wieder montiert wurde und anschließend wurde das Finish aufgebracht.

Da muss ich meinem Teamkollegen Christoph ein grosses Lob und einen Dank aussprechen, in einer 8stündigen Arbeit haben wir die Plotteraufkleber aufgebracht, alles in allem ein gelungenes Ergebnis. Als letztes habe ich die Scheiben ausgeschnitten und montiert.

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Technische Daten:

Spannweite:    3,20 Meter

Maßstab:   1:3,5

Motor:    King 100 RVS

Servos:

Höhe und Seite:  Hitec 805 BB

Querruder:   Hitec HS 985

Klappen:   Hitec HS 5645 MG prog. auf 180 Grad

Motor:    Hitec HS 645

Schleppkupplung:  Hitec HS 645

Empfänger:   2 x ACT DDS 10 im Diversity Betrieb 

Zündschalter:   Elektronisch von SM Modellbau

Kreisel:   ACT Europe FUZZY SMM V2

Luftschraube:   Seidel 29/10

Abfluggewicht:  voll getankt: 17,4 kg

Am 16. Juli war es soweit, der Erstflug konnte stattfinden.

Nach einem erfolgreichen Reichweitentest habe ich die Wilga zum Startplatz gerollt und den Gashebel nach vorne geschoben. Was ich dann spürte als die Wilga abgehoben hat, ist einfach nur klasse. Ein paar Zacken “tief und sie flog wie am Schnürchen. Wer diesen Schlepper geflogen hat, wird zugeben, dass ich nicht gelogen habe, man merkt, dass dieses Modell alle Evolutionen durchlaufen hat, es ist schlichtweg einfach und perfekt zu fliegen. Man wird in diesem Moment für all die Zeiten des Bauens belohnt.

Nach dem zweiten Testflug haben wir direkt einen Schlepp mit dem Puchacz von Christoph durchgeführt, dies war dann die Krönung des Tages.

Allzeit guten Flug wünscht Euch Holger Thönnes ...

 

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