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100 Jahre Wasserkuppe

 

Als mich die Nachricht von einer Großveranstaltung auf der Wasserkuppe erreichte, wurden meine Ohren immer größer und die Augen begannen an zu leuchtet. Alles begann mit einer Einladung von Fred Grebe, dem Sportreferenten für Scale/-Semiscale Segelflugmodelle im DMFV, der ca. 30 Modellflieger mit ihren ausgesuchten Modellen zum Tag des Modellflugs zum großen Showdown rief.

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Auch der DAeC und die Fliegergruppe der Wasserkuppe stellten noch einmal so viele Piloten. Die Auswahl fiel sicherlich nicht leicht, wollte diese doch ein abgerundetes Profil von allen Sparten der Segelflugentwicklung zeigen. Es sollten Oldtimer, Kunstflugsegler, Motorsegler und moderne Hochleistungs-Flieger und einige Zwecksegler ausgestellt und vorgeflogen werden.

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Die ganze Woche, beginnend vom 23.07 bis 30.07. 2011 wurde vom Grand Prix im manntragenden Segelflug geprägt. Dort starteten in einer neuen Klasse die 19 weltbesten Piloten zu einem mehrtägigen Wettbewerb im Streckenflug. Jeder Tag stand unter einem anderen Namen, der Donnerstag sollte der Tag des Modellflugs sein

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Viele tolle Veranstaltungen rund um das Segelfliegen und ihrer Entwicklung in 100 Jahren wurden in dieser Woche geboten.

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Der Termin rückte immer näher und das Organisationsteam bestehend aus Karl Robert Zahn, Karl Scharning, Jürgen Schild und Fred Grebe meldeten „grünes Licht“. Meine Bedenken, was das Wetter anging, wurden jeden Tag größer. Die manntragenden konnten so manchen Tag gar nicht fliegen, abwechslungsreiches Wetter mit heftigen Schauern begleiteten diese durch die Woche. So aß ich die Tage zuvor immer meine Teller schön auf, und was soll ich sagen blauer Himmel, leichter Wind bei ca. 25 Grad begrüßte uns schon an Mittwochabend! Es war alles vorbereitet, Abstellplätze für Wohnwagen und Zelte wurden in geschichtsträchtiger Nähe vom Groenhoff Haus zur Verfügung gestellt.

 

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Einige Jugendgruppen mit Ihren Betreuern ließen im Windschatten der Häuser Ihre selbstgebauten Wurfgleiter fliegen, oder flogen am Nordhang bis spät in den Abend mit allem was fliegt! Die Großflieger starteten zu Ihren Gastflügen. Mehr und mehr bekannte Gesichter folgten der Einladung und ich flog noch eine Runde ganz alleine mit meinen Easy Glider am Südhang. Beim Blick ins Tal überkam mich ein wohliger Schauer, der auch am nächsten Tag nicht enden sollte.

Abends verabredeten wir uns zum Essen in dem sehr schönen Restaurant „Peterchens Mondfahrt“ direkt auf der Kuppe. Nach dem Essen kamen wir am Hangar der Flugschule vorbei! Dort war sehr gute Livemusik zu hören, also nichts wie rein und der Abend ging erst richtig los……

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Auch am nächsten Morgen Sonnenschein! Also alles richtig gemacht! Ein kurzes mit klaren Ansagen verbundenes Briefing folgte.

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Um den sehr vielen interessierten Zuschauern ein Bild von der Segelfluggeschichte zu bieten wurden grobe Programmpunke festgelegt. Kurze Flugzeiten bei 150 – 200m Schlepphöhe sollten reichen. Nur vereinzelte Kunstflugvorführungen bekamen eine größere Ausgangshöhe. Einer nach dem anderen flog ein paar Kreise, präsentierte sein Modell. Bernd Vogt moderierte fachkundig das gezeigte, und gab ein paar wichtige Daten vom Original und Piloten an die Zuschauer weiter.

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Szenenapplaus 100er oder gar 1000er Zuschauer beglückten so manches Fliegerherz! Zirka 90 Modelle standen und flogen an diesem Tag an der „Kuppe“ geschleppt von 7 oder 8 Schleppmaschinen.

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Gegen Mittag startete dann der Grand Prix, das bedeutete für die Modellflieger eine Pause von ca. 1 Stunde. Im kurzen Abstand wurden die Wettbewerbsteilnehmer nach oben gezogen, alle kreisten in einer Großen Blase etwas abseits der Kuppe.

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Gegen 13 Uhr ging es dann ab, über eine virtuelle Startlinie mit einer max. Höhe und Geschwindigkeit flogen sie in Richtung Norden. Auf einer Großbildleinwand konnte man wie auf Google Earth alles verfolgen. Eingeblendet Daten mit Name, momentane Platzierung, Steigen und Fallen, Höhe und Geschwindigkeit gaben Auskunft über das Rennen.

Dann ging es wieder weiter mit der Modellflugshow. Ein Highlight folgte dem anderen, zu nennen sicherlich der Flug des ca. 80 kg schweren 15m spannenden größten Modellfugzeuges der Welt dem Austria Elefant von Markus Frey geschleppt von Rainer Büttke mit einem 200er King ausgestatteten Wilga. Ein gigantischer Anblick!

 

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Nach ein paar Stunden meldeten sich dann die Manntragenden zurück, am Horizont konnten wir sie schon sehen wie sie wieder versuchten, Höhe zu machen und dann zu Ihrer letzen Wendemarke Richtung Poppenhausen verschwanden. Um kurz danach mit möglichst Max.-Speed die Ziellinie im Sekundentakt direkt über der Wasserkuppe zu überfliegen. Auch das hatte ich zuvor noch nicht gesehen und war begeistert! Leider landeten fast alle direkt auf den Südhang, genau dort, wo wir unseren Flugraum hatten. Trotz mehrfacher Bitten bewegten sich die Wettbewerbsteilnehmer danach nicht mehr, so dass das Schaufliegen ein abruptes Ende fand!

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Auch die angereisten Zuschauer waren "stinksauer" welche Arroganz einige Teilnehmer gezeigt haben. Mir ist nicht verständlich wie es auch eine Flugleitung nicht geschafft hat, das im Sinne der Fliegerei zu klären?

Die zuvor gewonnenen positiven Eindrücke waren aber so ergreifend das ich mich nicht weiter damit beschäftigen wollte. Ich denke, wir haben viele Stunden den Gästen einen guten Einblick in die Geschichte des Modellflugs verschafft! Das war das Ziel, und das haben wir auch geschafft!

 

Ulf Reichmann

 

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