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Eine Frage der Technik !         von Ulf Reichmann

Ulfs Technikkommentar

Die Frage nach der eingesetzten Technik ist eine der häufigsten und das wohl am meisten diskutierte Thema auf den Modellflugplätzen.

Da werden allerlei Doppelstromversorgungen, Impulsverstärker und sonstige elektronische Bauteile als unverzichtbar dargestellt.

Sicher scheiden sich hier auch die „ Geister“. Aufgefallen ist mir jedoch, das, was in den einschlägigen Modellzeitschriften veröffentlicht wird sicher in einigen Sparten des Modellflugs durchaus einen Sinn machen, jedoch meistens nur der Industrie und dem Umsatz dient und nicht dem eigentlichen Fliegen und der Auseinandersetzung mit dem wirklich Notwendigen. Was in solchen Berichten immer fehlt, ist also eine sinnvolle Einschätzung, wann und bei welchen Modell der Einsatz zusätzlicher Technik notwendig erscheint. Da auch mir klar ist, dass die Grenze durch viele verschiedene Komponenten fließend ist, möchte ich hier mal unsere Erfahrungen weitergeben.

Seit Jahrzehnten fliege ich große und kleine Modelle, schnelle und langsame. In dieser Zeit habe ich versucht die Technik so darauf abzustimmen das alles, was das Modell zu fliegen vermag auch durch entsprechende Technik ( Servos, Empfänger und Akku ) sinnvoll unterstützt wird. Also minimaler Aufwand und große Wirkung, oder sollte ich besser sagen ausreichende Wirkung. In den vielen Jahren gab es bis heute keinen Absturz wegen zu schwacher Servos, Ausfall der Stromversorgung oder Störungen durch das System selber. Grundsätzlich sind alle Modelle mit nur einem Empfänger und einem Akku ausgestattet. In meiner Wilga habe ich als einzige Ausnahme 2x 2100 er Akkus verbaut weil dort ein MPX Empfänger mit integrierter Akkuweiche eingebaut ist und wegen der Nachrüstung auf einen Anlasser die Akkus in den Schwanz wandern mussten.

Sonst werden alle Segler von mir und auch die große Wilga vom Alex mit nur einem Akku versorgt. Diese ist sicher ein Beispiel für Zuverlässigkeit. Ein Empfänger,  ein Akku und normale Standardservos. Dieses Modell fliegt seit mehr als 20 Jahren so. Glaubt man den einschlägigen Meinungen ist das gar nicht möglich! In den Bauberichten vom Bocian und SZD-59 könnt Ihr die eingebauten einzelnen Komponenten im Detail einsehen.

Immer wieder höre ich auf den vielen besuchten Treffen, ach so ein großes teures Modell kann ich mir nicht leisten….. da sehe ich dann einen 4m Segler in dem die hochwertigsten Servos eingebaut sind, die weit mehr als 120,- Euro kosten und 12-14 Ncm drücken, die durch ein Doppelstromversogung  mit elektronischen Schaltern und Impulsverstärkung versorgt werden. Dann stelle ich mir die Frage ob dieser Flieger nicht EUR 800,- günstiger hätte sein können und genau so gut und ich behaupte sogar sicher fliegen würde. Ich hoffe Ihr wisst nun was ich meine !

Bevor ich diesen Bericht schrieb, habe ich mit einigen erfahrenen Piloten aus der F-Schleppszene gesprochen und nach der eingesetzten Technik gefragt. Sogar die Segelkunstflieger unter diesen konnten mir den Trend zurück zur Einfachheit bestätigen.

Seit einiger Zeit mache ich Videoaufnahmen vom Modell aus, mit drehbarer Kameraführung. Auch im Segelkunstflug bei höheren Geschwindigkeiten sind die Belastungen auf die Servos viel geringer als gedacht. Vielmehr kommt es auf saubere Bauausführung und spielfrei durchdachte Kinematik an. Einige zusammengestellte Videos wird es auf der Herbstmesse in Friedrichhafen auf dem Stand von HB-Modellbau zu sehen geben.

 

Also weniger ist manchmal auch sogar mehr!

 

Euch allen noch eine absturzfreie Flugsaison und immer ein straffes Schleppseil wünscht Euch,

 

Ulf Reichmann

 

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