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Acrokopf

Die SZD 59 Story 2012 acro HB edition und ein Ausblick auf 2012

Ende 2011 stellte sich die Frage nach einem neuen Bauprojekt für den Winter. Alle Modelle wurden ohne Beschädigungen durch die Saison gebracht. Bedingt durch das sehr einfach zu bedienenden Antriebskonzept des Arcus mit seinem Stecktriebwerk gab ich diesem all zu oft den Vorzug. Meine Wilga war deshalb kaum im Einsatz.

HB SZD 59 UR 2

Desweiteren stehen bei den Veranstaltungen so viele gute Schlepper zu Verfügung, dass sogar für diese eine Schlepp-Reihenfolge festgelegt werden musste. Den Arcus von HB-Modellbau flog ich in der Saison 2011 mehr als 80 h, hinstellen und losfliegen, Spaß haben genau das war mein Motto. Zum Ende der Saison kam noch einmal der Ritter-Sport SZD-59 zurück und ich begann wieder beim Akro Segelflug meine Leidenschaft zu entdecken.

So dachte ich über ein ganz neues Konzept nach. Einen reinen Segelkunstflieger zu bauen verwarf ich jedoch gleich, weil mir ein solches Modell einfach zu speziell und einseitig nutzbar erschien. Gerade bei den von mir all zu gerne besuchten Großseglerveranstaltungen ist ein Kunstflugprogramm in der „Box“ kaum fliegbar und sicherlich nicht immer angebracht.

Deshalb fiel mein Blick wieder auf den SZD-59. Mit seiner Verwandlungsmöglichkeit sicherlich einzigartig. Nun stellt sich die Frage, was muss für ein Wettbewerbsmodell noch besser werden? Woran kann man noch feilen, wo ist noch Potenzial ? Dieses zu beschreiben ist natürlich vor der neuen Saison und dessen hoffentlich positiven Erfahrungen sehr wage.

HB SZD 59 UR 3

Betrachtet man die Kunstflugszene - dann wird immer wieder der Leichtbau als einer der herausragenden Faktoren genannt. Dieses beweisen immer wieder die Spitzenpiloten mit ihren Modellen. Modelle im Maßstab 1:2,5 mit Spannweiten zwischen 5,30 und 6m dürfen heutzutage nicht mehr als 14-16 kg wiegen, will man vorne dabei sein . Je nach Modelltyp, Spannweite und resultierender Flächenbelastung trennt sich dort die „Spreu vom Weizen“. 1,5 kg an Mehrgewicht sind dann schon ca. 10 Prozent. Und genau um diese 10 % geht es im Wettbewerb! Das ist sicherlich auch genau der Grund, warum es nicht eine Flut an Herstellern gibt,  die genau diese Anforderungen erfüllen können.

Leicht bauen kann mit etwas Geschick wohl jeder, ausreichend stabil und sehr leicht ist eine Kunst! Diese Gratwanderung ist eben mit dem Bau eines oder gar 2 Prototypen kaum machbar. Ich denke alle führenden Hersteller bedienen sich so manchem Top-Piloten um Feinheiten herauszuarbeiten, ihre Produkte zu verbessern und diese mit einem Alleinstellungsmerkmal zu versehen. Auch Heiko Baumgärtner bemüht sich ständig mit den steigenden Anforderungen Schritt zu halten.

Schon Mitte des letzten Jahres knobelte Heiko an einem noch leichteren Konzept der SZD 59. Alternativen gibt es immer viele, einige sind aber nur sinnvoll und in der Serie auch machbar. Nun habe ich meinen neuen SZD im TIC-TAC Design fertig und kann voller Stolz sagen, dieser wiegt in 2-farbiger voll lackierter Kunstflugausführung 14930 Gramm. Ziel war es unter 15000 Gramm zu bleiben. Das ist mehr als 1kg leichter als mein Ritter-Sport SZD aus der 1. Produktionsreihe. Schon in der Einflugphase stellte sich das noch einfachere spielerische Handling klar heraus. Gerade die Figuren wie Turn und gestoßenen Rollen gelingen einfach noch exakter. Gelungen ist dieses durch mehrere Faktoren. Schon das Bausatzgewicht ließ keine Wünsche offen. Die Flügel und der Rumpf wurden mit entsprechend feiner gewebter Kohlefaser versehen, so dass die erprobte Festigkeit gewahrt wurde und nur das Gewicht reduziert ist. Diese Ausführung kann optional jetzt bei Heiko so bestellt werden.

SZD 59 FSOT 1

Leichte aber starke 7,4 Volt Servos aus dem Haus MPX und Hitec, ein Kohlefaserfahrwerk, eine einfache „leichte“ Stromversorgung via MPX mit einem 3200er Lipo Akku und Sandwich-Spanten sowie eine abermals verbesserte leichte Lackiertechnik brachten dann den ersehnten Erfolg.

FSOT SZD 59 Cfy

Auch Christoph ging diesem Konzept nach und wählte diese Varianten, nur bevorzugte er ein noch leichteres Folienfinish. Sein neuer SZD wiegt flugfertig nur 14380 Gramm. Wie wir das fliegerisch umsetzen können das steht natürlich noch in den Sternen. Der Anfang ist jedoch gemacht. Einige von euch stellen sich bestimmt die Frage,  was wiegt ein Folienfinish zu einer lackierten Oberfläche weniger.... dieses ist auch nicht so einfach zu beantworten wie die Frage was wohl besser ist. Zur ersten Frage, ich habe mir die Mühe gemacht alle Teile zu wiegen, vor und nach dem Füllern bzw. nach dem Zwischenschliff sowie nach der Lackierung. Im Detail wird das nicht auf das Gramm genau zu beantworten sein, jedoch erscheint mir der Unterschied zu Christophs Modell mit Folie bespannt und meinem SZD 59, welcher auch noch 2-farbig lackiert wurde doch recht gering. In meinem Bericht vom Arcus habe ich ja einen kurzen Ablauf zur Lackiertechnik geschildert. Auch bei meinem neusten Projekt ist diese bewährte Technik wieder zum Einsatz gekommen. 3x Füllern und „2“ Lackaufträge zieren jetzt das Modell. Eine besondere Herausforderung war die Auswahl der silbernen Farbe, diese hat keine metallischen Anteile, also auch keine Abschirmung der Antennenleistung zur Folge. Zusätzlich musste diese auch noch mit einem Klarlack ablackiert werden weil genau diese Farbe nicht in glänzender Ausführung zu erhalten war. Bei der Auswahl einer 2-farbigkeit ist natürlich mit einem höheren Gesamtgewicht zu rechnen, weil es kaum möglich ist, an den Übergängen keine 2 Lackschichten zu erhalten. Deshalb ist sicherlich bei meinem SZD der Lackauftrag ca. 1,5 x so schwer wie eine einzige Farbschicht. Alles in allem bin ich mit der Oberfläche sehr zufrieden, bei jedem neuen Projekt lernt man eben dazu. Der Zeit und- Materialaufwand liegt - so glaube ich bei mehr als dem zehnfachen zur Folienbespannung! Das soll Euch nicht abhalten mir dieses gleich zu tun. Wenn man dann das Foliendesign aufklebt, die Kennung aufbringt und die Flächen poliert sind alle Anstrengungen vergessen. Eine genaue Auswertung der Daten zur Oberflächengestaltung werde ich demnächst in einem gesonderten Beitrag veröffentlichen.

SZD 59 FSOT 2

SZD 59 FSOT 4

 

Dieses Jahr soll auch meine Wilga wieder mehr zum Einsatz kommen, ich habe Christoph Fackeldey als Fachreferent für Acro-Segelflug und Alex Frisch als Schleppverantwortlichen in dieser Szene meine Unterstützung zugesagt. Ach ja Unterstützung; Multiplex hat sich als Sponsor der Segelkunstflieger bereit erklärt einen kompletten Royal Pro Sender und 2 telemetriefähige Empfänger mit Sensorik zur Höhenmessung bereit zu stellen. Diese autarken Systeme sind fertig konfiguriert und leisten einen wichtigen Beitrag zur Einhaltung und Kontrolle der Schlepphöhe. Den Sender mit den aktuellen Telemetriedaten wird der Schleppkoordinator im Schlepp direkt einsehen können. Vielen Dank dem Organisator Alex Frisch und vor allem der Firma Multiplex!

UR Hammersbach 2012

 

Auch einheitliche 30m Seile werden vom Verband bereit gehalten, so dass bei einem Abwurf nicht immer die Schlepppiloten den evtl. Verlust begleichen müssen.

Christoph strebt ein großes Organisationsteam an, so werden verschiedenste Meinungen und Wünsche umgesetzt und damit eine breitere Masse angesprochen. Das führt zu einer weiteren Harmonisierung der Kunstflugszene. Viele Leute bewegen viel, Ihr seht hier tut sich was, wir können gespannt sein!

Ulf Reichmann

 

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