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Tipps rund um den F-Schlepp

Slippen – der besondere Landeanflug

Als kleiner Junge fuhr ich regelmässig zum manntragenden Segelflugplatz und eines Tages staunte ich nicht schlecht, als eine KA7 mit quergestelltem Rumpf zur Landung reinschwebte.

War es ein Flugfehler des Schülers vorne im Cockpit oder gar ein technischer Defekt ?  Nein, ich lernte Jahre später kennen, das dies zur Ausbildung eines Segelflugschülers gehört und seinen eigentlichen Ursprung aus der „landeklappenlosen“ Zeit hat, es war damals die einzige Möglichkeit, ein Flugzeug aus überhöhtem Anflug dennoch sauber landen zu können. „Slippen“ ist Fliegersprache und eigentlich müsste es „Seitengleitflug“ heissen, es ist manntragend wie auch modellfliegend eine voll steuerbare Flugform bei allen Flugzeugen und –modellen, die dreiachsig steuerbar sind. Nun lieben wir ja englisch verformte Kurzwörter und so hat sich die Bezeichnung „Slippen“ unter den Fliegern weit verbreitet.

Geht das mit Flugmodellen und wenn wie? Es geht, natürlich abhängig vom Modell und vom eigenen Können oder besser gesagt der eigenen Übung. Ich persönliche finde, es sieht klasse aus und perfekte Slipmanöver habe ich schon oft von namhaften Piloten der Akrosegelkunstflugszene wie Gernot Bruckmann, Markus Böhm, Christian Ebert sehen und fotografieren können. Auch bei der letztjährigen internationalen deutschen Meisterschaft im Seglerschlepp zelebrierte Hartmut Schürmann dieses Manöver mit Perfektion, man konnte ihm den Spass daran an den Lippen ablesen. Natürlich gehört es nicht zum Aufgabenprogramm der Meisterschaft, aber einen bleibenden Eindruck hinterlässt es allemal. Und eine Bellanca im extremen Slipanflug habe ich bis dato auch nicht gesehen. Die Bellanca kann man übrigens auch in der Bildergalerie Schlepper anschauen. Die Bilder zu diesem Bericht machte ich beim Acrosegelflugtraining 2007 in Hamersbach, danke an Christian Ebert für dieses Manöver. Christian Ebert wird auch im Portrait näher vorgestellt ebenso wie Markus Böhm, beide fliegen auch im Acrosegelkunstflug und wie so viele tummeln sie sich auch gerne beim F-Schlepp herum, denn ohne F-Schlepp kommt auch kein Acroflieger in seinen Luftraum.

Wie slippt man nun richtig ? Ähnlich wie ein gutes Buch bedarf es einer Einleitung und einer Ausleitung, dazwischen liegt die eigentliche Figur des Slippens, die Länge hängt von der Flughöhe, vom Können und letztlich auch vom Mut des Piloten ab, denn ein fatales Ereignis wäre der Strömungsabriss. Aber fangen wir ganz vorne an. Stellen wir uns vor, das Modell kommt zur Landung herein und es soll dabei in einen Rechtsslip gelenkt werden, was ist zu tun ?

Zunächst

  • Seitenruder links ausschlagen lassen
  • Querruder leicht rechts halten                      
  • Höhe leicht ziehen    

Das Flugmodell gleitet schräg zur Landebahn herein, es schiebt sozusagen mit hängender Tragfläche und verliert dadurch rasch an Höhe, der Rumpf stellt sich ähnlich einer Störklappe voll in den Wind und bildet einen enormen Widerstand. Die Flugzeugnase sollte immer nach unten zeigen, so dass die Gleitgeschwindigkeit nicht in diesem Flugzustand komplett herausgenommen wird.

Vor dem Aufsetzen des Modells gilt es natürlich, den normalen Flugzustand herzustellen, ein Loslassen aller Knüppel wäre sicherlich einfach, aber wenig effektiv, es gilt zunächst das Höhenruder wieder in neutrale Knüppelstellung zu bringen, danach erst wird Seiten- und Querruder wieder normalisiert, dies alles muss sehr harmonisch erfolgen und ganz wichtig ist, die Fahrt nicht zu sehr herauszunehmen, denn dann wäre ein Strömungs-abriss die fatale Folge. Es gilt auch hier, das richtige Gefühl zu bekommen und dabei harmonisch die Ruderansteuerung vorzunehmen, üben Sie Schritt für Schritt zunächst das richtige Querleiten mit Quer und Seite und erst danach setzen Sie das Höhenruderein, langsam aber sicher werden Sie Fortschritte machen und ggf. schon bald die Figur beherrschen.

Üben Sie diese Figur zunächst in grösserer Anflughöhe, so dass genügend Platz bleibt zum nachfolgenden Landeanflug, beim Motormodell hat man es da einfacher, genügend Trainingsmöglichkeiten sind dank Motorkraft gegeben.

Slippen sollte man stets gegen den Wind, da konkrete Richtungsänderungen nur in Richtung des hängenden Flügels möglich sind, entsprechend der Querlage überlagertein Abrutschen den sog. Schiebeflug.

Nicht jedes Modell eignet sich gleichermassen gut dazu, die Akrosegler mit ihren gewaltigen Rümpfen sind sicherlich ideal dazu, der Rumpf stellt sich sozusagen quer in den Wind und das ganze wirkt sehr beeindruckend auf den Zuschauer am Boden. Probieren Sie es einfach mal aus, und üben, üben und nochmals üben …

Viel Erfolg und „immer straffes Schleppseil“ wünscht Euch  Christoph Fackeldey

 

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