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Stürmischer Auftakt ..

Wenn man von Windstärken bis 60 km/h spricht, von Flugzeugträgern und von Leewalzen mit bisher nicht für möglich gehaltenen Sogkräften, dann denkt man sicherlich nicht an Segelkunstflug …

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Schallodenbach war Austragungsort des 1. Regionalwettbewerbes für Segelkunstflug des DMFV unter der Leitung des Fachreferenten Dieter Hummel.

Bereits am Freitag reisten rund 90% der angemeldeten Teilnehmer zum freien Training an und ich nutzte sogleich die Chance, von Fritz Helling mehrfach geschleppt zu werden, es weht bereits kräftig an diesem späten Vormittag und es sollte sich zeigen, dass dies erst der Anfang war eines stürmischen Wochenende. Eric Laumann kam als Schlepper hinzu und als wir mit gemeinsamen Kräften seine Wilga an die Startstelle schoben, hob diese bereits ohne jede Motorkraft von alleine ab und bei Windstärken > 4 machte es keinen Sinn mehr, Material zu riskieren, es herrschten schlichtweg unfliegbare Bedingungen, was das Thema Schlepp- und Segelkunstflug betrifft.

Aber wie jeder schnell bemerkte hat dieser Flugplatz auch eine perfekte Hanglage, was natürlich dazu führen musste, alles andere aus dem Kofferraum zu zaubern, was irgendwie am Hang fliegbar war. –

Blick auf KL

Eigentlich alles, auch ein Feldbett hätte bei diesem Wind geflogen, aber nur die wenigsten glaubten, man könne einen 6 Meter SZD 59 an diesem Hang fliegen. Kann man, wenngleich unter “man” eigentlich dann nur ein Markus Böhm auf die Idee kommen kann, ein Wettbewerbsgerät von den starken Schultern eines Uli Hunschok in den Luftraum befördern zu lassen.

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Ein jeder staunte mehrfach, was Markus auch am Hang alles zaubern kann und es blieb nicht beim Acrofliegen am Hang mit einem SZD 59, sondern auch schlanke Voll-GFK Flieger mit dem passenden Namen „Storm“ jagten Markus Böhm und Hartmut Schürmann durch diesen Schallodenbacher Luftraum. Selbst Begriffe wie Dynamic Soaring, die man sonst nur aus Filmen kennt, zelebrierten die beiden par excellence …

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Ulf flog derweil unentwegt seinen neuen ARCUS, elektrifiziert mit einem Aufstecktriebwerk, zog das gigantische Flugbild viele Betrachter an die Hangkante und wenn man morgens dachte, alles schläft gegen 07.00 Uhr noch … - weit gefehlt, Arcus und Ulf waren bereits in der Luft !

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Am Samstag begann dann der eigentliche Wettbewerb mit einer Punktichterschulung und Einweisung der neuen Pflichtprogramme in den beiden Klassen SPORT  und  INTERNATIONAL durch Walter Kirchler aus der Schweiz.

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Fachreferent Dieter Hummel und der 1. Vorsitzende Kurt Kosselt vom gastgebenden Verein MFSV Schallodenbach begrüssten alle Teilnehmer und gedachten zunächst an den viel zu früh zu Jahresbeginn verstorbenen Oberpunktrichter Klaus Dettmer (+).

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Nach Erläuterung der Figuren und deren Vorstellung begann am Vormittag das freie Trainung, was wiederum von starkem Wind geprägt war. Die Leewalze am Platzanfang machte es allen zu schaffen, weshalb man sich entschloß den Landeanflug nicht in die Wertung einfliessen zu lassen.

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Obgleich die Bedingungen da draussen in der Tat „stürmisch“ waren, herrschte wie Immer in der Segelkunstflugszene eine lockere und kameradschaftliche Stimmung.

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Ob es daran lag, das man so lange nicht mehr sich gesehen hat oder einfach allen die Finger juckten, endlich wieder gemeinsam trainieren zu können, - es gab keinen, der sich nicht dieser Herausforderung der Naturgewalten stellte.

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An allen Tagen gab es bei den vielen unzähligen Starts und Ladungen lediglich 4-5 Aussenlandungen und vor allem der Schleppergilde (Eric Laumann, Alex Frisch, Sven Treusch, Michael Bellon sen., Fritz Helling, Günther Kiewel) muss man an dieser Stelle mal eine Riesenlob aussprechen ! Das war mal wieder perfekte Arbeit und es ist nicht selbstverständlich, diesen Job bei solchen Bedingungen derartig zu meistern.

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Aber wie immer gilt auch den anwesenden Punktrichtern ein Riesenrespekt, wohl jeder hätte gerne am sonntäglichen Wettbewerbstag eine Decke mehr dabei gehabt, der Wind war wirklich sehr kalt und als Pilot kann man sich nach dem Flug rasch aufwärmen, was für die Kollegen da draussen aber nicht galt, bleibt zu hoffen, daß ihr Feuer, wieder „richten“ zu können so groß war, auch diese Tage des Sturms zu überstehen.

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Pünktlich um neun sandte Koordinator Uli Hunschok die ersten Teilnehmer mittels der Schleppergilde in ihre Kunstflugboxen. Der Wind hatte etwas abgenommen und mit Stärke 2-3 waren das schon fast perfekte Bedingungen bezogen auf die Stunden zuvor.

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Es wurde zunächst in der SPORTklasse mit der Bekannten Pflicht absolviert, es folgte die Einsteigerklasse geschleppt, daran anschliessend die INTERNATIONALE Klasse.

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Dieses Prozedere wurde im zweiten Durchgang wiederholt, da kaum einer der teilnehmenden Piloten zuvor die Pflicht hatte trainieren können, blieb es also bei der Bekannten Pflicht und die Unbekannte Pflicht wurde zu Lasten der Extrembedingungen gekippt. Beim dritten Durchgang wurde dann die eigene Kür mit Musikuntermalung geflogen.

Gewertet wurden alle drei Druchgänge und der letzte Durchgang, die freie Kür mit Musikuntermalung sorgte mal wieder für den Showdown dieses Wettbewerbes.

Das hatte im Winter gefehlt, diese musikalische Untermalung auf diesem wunderschönen Fleckchen Erde.

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In der Sportklasse lag ich nach dem ersten Durchgang auf Platz 4 und ich war sprachlos, im 2. Durchgang eine erste 1000er Wertung geflogen zu haben und nunmehr auf Platz 1 zu liegen, dicht gefolgt von Robert Früh, mein Coach und zugleich coachte ich ihn umgekehrt auch.

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Die Kür mit meiner Musik von U2 zum Titel „Beautiful Day“ sollte tatsächlich einer werden, denn ich konnte auch mit der geflogenen Kür den Platz 1 halten und bin natürlich total glücklich mit diesem Ergebnis. Danke auch an meinen Coach Robert Früh und Glückwunsch zu dessen 2. Platz. Den 3. Platz erreichte Timo Hehr, der übrigens zum ersten Mal dabei und von Ralf Doll gecoacht direkt seinen ersten Podiumsplatz erreichte !

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 Aber auch die Leistungen der anderen Kollegen war allesamt sehr gut, man kann den Punkten entnehmen, wie hoch die Leistungsdichte Inzwischen ist und bei diesen Bedingungen an diesen Tagen war das um so erstaunlicher.

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1. Platz     Christoph Fackeldey

2. Platz     Robert Früh

3. Platz      Timo Hehr

Die offiziellen Ergebnisliste wird FR Dieter Hummel in Kürze auf dern DMFV Sportreferatseite veröffentlichen !

Pech für Stephan Weitz, der nach einem Problem an der Höhenruderanlenkung vorzeitig aufgeben musste.

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In der Internationalen Klasse war ein ebenso stark vertretenes Teilnehmerfeld präsent und Markus Böhm setzte sich als Sieger schlussendlich durch vor Florian Vogelmann und Dominik Braun.

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1. Platz     Markus Böhm

2. Platz     Florian Vogelmann

3. Platz     Dominik Braun

Beim Florian Vogelmann muss man klar sagen, - das ist eine unglaubliche Leistung, im letzten Jahr zwar als Shootingstar der Sportklasse entwachsen als CONTEST Sieger 2010, aber direkt im Folgejahr im ersten Wettbewerb auf Platz 2 zu landen, ist eine Riesenleistung – klasse Florian …

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Inzwischen ist sein Vater Rainer übrigens auch in der Acroszene als Pilot angekommen und mit Platz 7 auch schon ein Rauchzeichen gesetzt, - es ist schön, wenn Vater und Sohn gemeinsam als Piloten vertreten sind.

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Mein Sohn Fabius macht zwar auch Acroeinlagen, aber meistens taugen die Zweiräder nur zu kurzen Flugeinlagen, aber wer weiss, wann es ihn eines Tages packt …

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Was gibt es noch neues in Sachen „ACRO ON TOUR“ ?

Patrick Georg, der schon desöfteren mit seinen Filmbeiträgen auch sein Potenzial als Filmemacher offenlegte, wird uns zukünftig unterstützen.

Hier ist das erste Werk von ACRO TV    Drehbuch, Schnitt, Vertonung komplett von PATRICK GEORG 

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Bis bald

Einen Dank an das Team des gastgebenden Vereins für die organisatorische Umsetzung und Gastfreundschaft nebst den gastronomischen Verwöhnprogrammen und einen Dank an unseren FR Dieter Hummel, den Punktrichtern und Schlepp-Piloten und allen anderen, die in irgendeiner Art und Weise zum Gelingen des Bewerbs beigetragen haben und an alle, die nun auch Segelkunstflug miterleben wollen ...

You are welcome !

Euer AcroOnTour   TEAM

Noch ein Hinweis an alle Newcomer und Einsteiger ...

Robert  Früh machte mich darauf aufmerksam, daß die Modellpalette in Schallodenbach zeigte, daß man nicht unbedingt einen großen Kunstflugsegler braucht, um vorne dabei zu sein: Hier Robert´s  Analyse:

1. Szd 59    (1:2,5)
2. Fox          (1:3)
3. Fox          (4m Spw (1.Dg.) 3m (2-3. Dg)
4. Szd 59    (1:2,5)
5. Swift        (~4,30m)
6. Swift        (~4,80m)
7. Fox            (4m)
8. Salto        (3,80m)

alle Werte bezogen auf die SPORTKLASSE, Stefan Eyssen konnte den 3. DG leider nach einem technischen Schaden am Flügel nicht mitfliegen und da somit die Gesamtplatzierung sich durchschob fand das Modell bei dieser Aufstellung keine Berücksichtigung. Die Einzelwertungen der Durchgänge in beiden Klassen sind ja zuvor bereits im Bildabschnitt erkennbar.

 

Christoph Fackeldey

 

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