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Acrokopf

Regio Ost in Bad Neustadt an der Saale  05.-06. Juli 2014

Segelkunstflug im Bermudadreieck“ der Rhön

 

Der Regionalwettbewerb in der Rhön war zugleich die finale Vorbereitung für die kommende 17. Int. DM Akro Segelflug in Flachslanden.

Aufrüsten am Morgen

Zunächst verhaltene Teilnehmeranmeldungen, dann aber doch zu meiner Freude 30 Nennungen, wovon krankheitsbedingt und urlaubsbedingt zwei Ihre Teilnahme absagten.

So wurde bereits am Freitag fleissig trainiert und der Platz mit seiner besonderen Lage bei süd- und südwestlichen Windlagen machte seinem Namen im „Bermudadreieck Bayern, Hessen, Thüringen“ in Sachen „tricky conditions“ einmal mehr die Ehre, fliegerisch besonders anspruchsvoll zu sein.

es war heisss

Ich behaupte, fast 100% unserer Teilnehmer sind auch bei Querwindlagen unglaublich erfahren und bedingt durch die Kunstflugerfahrung „schnell“ am Knüppel, aber der Platz in Bad Neustadt ist ehrlich gesagt in solchen starken Seitenwindlagen über den Südhang hinaus mehr als „tricky“.

Aber der Reihe nach …

Wir hatten eine tolle Mannschaft vor Ort:

Die Punktrichter1

In Sachen Punktrichtern waren Andreas Buch, Paul Schneider, Ingolf Spende und Karl-Heinz Ozcko vor Ort und konnten ebenso sich final vorbereiten wie auch die in Bad Neustadt vertretene kleine Mannschaft an Schlepp-Piloten.

Newcomer Hubert Zimmer

Sehr erfreulich die Verstärkung durch Hubert Zimmer aus dem Schwarzwald, er war mit seiner Frau und Sohn Kai angereist, beide zeigten tolle Flugleistungen und sind sicherlich mehr als eine Bereicherung für unsere Szene.

Unermüdlicher Schleppeinsatz von Günter Kiewel

Günter Kiewel schleppte genauso unentwegt wie Ulf Reichmann und Helge Baum, alle verstanden es, auch bei solchen Windbedingungen souverän ihre Maschinen an den Start, in die Luft und vor allem auch wieder auf den Boden zu bringen.

Helge Baum mit Gattin

Man könnte sagen, warum dann fliegen und was macht das für einen Sinn – das wäre aber sicherlich die falsche Antwort, denn wenn es zu gefährlich wird wie am Samstagmittag nach 16.00 Uhr – dann hört man in der Tat auf und ansonsten gilt es bei fliegbaren Bedingungen sein Material zu verstehen und auch damit umgehen zu können.

Ich nehme gerne vorweg, das es beinahe einen jeden von uns traf, bei der Landung ein Erlebnis der besonderen Art zu verarbeiten „am Knüppel“ und „im Kopf“, denn wähnte man sich sicher beim Ausziehen des Seglers, so „schüttelte“ irgendeine nicht erkennbare „Walze“ den Segler dermaßen auf den Boden, das man nur kopfschütteln diese Naturgewalt oder Naturbebauung der besonderen Art verstehen wollte.

geschafft SZD 59 von Ulf Reichmann

Das ging mir genauso wie einigen anderen und das einzog positive an meinen bescheidenen Flugleistungen war, das ich mich immerhin in Sachen Wertung und Platzierung nach vorne gesteigert habe. Nach Durchgang 1 auf dem letzten Platz zu liegen war ein Highlight der negativen Art und begründete sich durch das Erlebnis, das ich bei meiner viertletzten Figur bereits auf Kornfeldhöhe befand. – Das Höhenmanagement war ein wenig „verwachst“ – sagen wir es mal so – beim 2. Durchgang „verlor“ ich durch meinen Freund „die Windwalze“ beide Randbögen beim „grounden“ und so waren die Punkte auch „beschnitten“ infolge unseres Reglements – beim 3. Durchgang der Kür mit Platz 3 in diesem „Run“ war dann wenigstens ein kleiner Erfolg zurück – bleibt die Erkenntnis – viel Luft nach oben …

Aber, es kann nicht immer alles gut laufen – dies tat es aber bei unseren jungen Piloten sehr wohl.

Beginnen wir mit den Rookies:

Florian Wißmann zeigt mit 2 „1000er“ Wertungen, das er wohl direkt in der LIMITED durchstarten kann, tolle Leistung – was sich schon beim Freundschaftstreffen in Eversberg der beiden Referate von Fred Grebe und mir abzeichnete, wurde hier Wirklichkeit – Adrian Albert flog einen „1000er“ und bewies auch damit und mit Platz 2 seine Empfehlung für die folgende Klasse. Dennis Güra und sein Vater Jürgen flogen ebenso wie Fabius Fackeldey mit respektablen Leistungen in die dann folgenden Punkteränge; auch Fabius erlebte leider zum Schluss kein rosiges Wochenende, da sein BLANIK aus noch ungeklärten Ursachen aus ca. 30 Metern nicht mehr steuerbar abstürzte.

ROOKIES SIEGER

Das Modell wird wieder aufgebaut, aber dennoch kann ich seine Enttäuschung wie sicher auch jeder andere aus der Szene sehr gut nachvollziehen.

In der LIMITED Klasse, erneut wie so oft mit dem stärksten Teilnehmerfeld heuer mit 14 Piloten vertreten, lieferten sich auch die TOP 10 einen heissen Kampf um die vorderen Ränge. Und die Leistungsdichte erklärt sich vor allem durch den Umstand, das sich auch hier Piloten durchreihen lassen mussten, die in der Regel immer vorne dabei sind, - aber das alles ist blanke Theorie, wenn zum einen ein jeder in der Lage ist vorne mitzufliegen und zum anderen, die ganz jungen Piloten zeigen, wie man mit den „alten“ umgeht, - einfach gut oder besser fliegen.

Full House in Bad Neustadt

Matthias Kerstan war mit seinem SZD 59 dabei und auch er hatte mit den thermischen Problemen vor Ort zu kämpfen, Stephan Weitz zeigte insbesondere in seiner Kür, das er inzwischen auch diverse Flugfiguren sehr sehr sauber umsetzen kann, er wie auch alle anderen in der Klasse verstehen es inzwischen, die Durchgänge zu „zelebrieren“ und genau das macht diese Klasse inzwischen auch aus, Punktedifferenzen, die vor Jahren in dieser schmalen Gratwanderung undenkbar waren, sind Normalität und das zeigt in der Tat die Leistungsdichte.

Auch Thorsten Dolenski, ein Kandidat auch für Podiumsplätze war ähnlich erstaunt über das Flugverhalten bei diesen Bedingungen wie fast jeder von uns, und auch Manfred Buch sowie Stefan Eyssen „kämpften“ sich durch!

Sieger LIMITED5

Stephan Wiederhold war recht erfolgreich in den Regio zurück und auch Newcomer Kai Zimmer bewies inzwischen seine fliegerische Klasse. Peter Albert, Steffen Koch Fabian Baum und Klaus-Peter Müller kämpften um die vorderen Plätze mit sehr guten Durchgängen, aber zwei Namen sind hier noch nicht erwähnt.

Volle Konzentration

Der eine, stets cool und mit lässiger Haltung im Pilotenfeld zeigte einmal mehr, er wird immer gefährlicher und steht nicht umsonst stets ganz vorne dabei. Marcel Rybski aus Köln ist eine echte Nachwuchsgranate und da werden wir noch mehr von zu sehen und zu hören bekommen.

Ein anderer erlitt ähnliches Pech wie Fabius, auch sein Modell lag schon vor dem Wettbewerb leider beschädigt im Auto, er bekam eine „Wildcard“ oder besser gesagt ein geliehenes Modell von keinem geringeren als Dominik Georg. Ein Herz für Nachwuchspiloten, ein Coach, ein Vorbild – was auch immer – die beiden – genauer gesagt Julius Klaffky und Dominik fanden in den Wettbewerb und Julius zeigte eine fliegerische Leistung, die insbesondere auch bei der Kür seinen Eltern „Tränen“ in den Augen hervor brachte – er steuerte die MÜ 28 mit einer solchen Präzision, als hätte er tausende Flugstunden damit verbracht. Vom Sieg trennten ihn 0,51% und keineswegs soll es die Leistung von Klaus-Peter Müller, dem Sieger schmälern, aber das war schon „großes“ Kino von einem noch „kleinen“ Piloten mit schier großem Talent.

Erfolgreiches Duo

Die UNLIMITED Klasse, unsere Formel I der Lüfte war mit 9 Piloten auch stark vertreten und das von jenen Piloten jeder fliegen kann und zu Recht in diese Sparte gehört, erwähne ich immer wieder und damit ist auch hier klar, was ich auch gerne in den Ehrungen erzähle; - wir sprechen nicht von den ersten oder letzten Plätzen, wir reden hier analog zur LIMITED Klasse von der Tagesform.

Wettbewerbsleiter und Pilot in Doppelfunktion Ralf Wunder freute sich sehr über seine gelungene Kür und mit Platz 5 in diesem Durchgang war auch er final zufrieden. Endlich wieder dabei auch Christian Rückert, der diesen Regio genauso wie CONTEST Manager Dominik Georg und Rafael Rybski als finale Vorbereitung zur DM nutzten.

wieder am Boden

Mario Müller und Dominik Braun folgten in den Rängen nach vorne und Ulf schaffte es schon wieder auf das Podium mit Platz 3, dicht gefolgt von dem Shootingpilot der UNLIMITED Florian Vogelmann und dem alten Haudegen Markus Böhm.

Sieger UNLIMITED5

Markus Böhm siegte auch in der Hangflugwertung, warum ?

Weil kein Pilot ausser einem aus Velbert es zustande bringt, einen 15 kg Segler durch einen Wald zum Hanggelände zu tragen, bei dem sich lediglich kleine 3 Meter Modelle und Elapor „tümmeln“. Jener Pilot mit Namen Markus Böhm aber gibt seinen LCF2 freien Lauf und zeigt einmal mehr, welches Flugkönnen er in sich trägt.

Markus Boehm macht die unglaublichsten Dinge im Kunstflug

Auf gehts durch den Wald zum Hang

Wo geht der mit mir hin

 

Ein Hang voller Zuschauer

ein wenig verrückt

Faszination Hangfliegen

Auch Ulf gesellte sich hinzu

Ulf Reichmann und Markus Boehm in Action

Diese Wettbewerbspause mag bei manchen Referaten zu Unmut infolge der starken Windbedingungen führen, bei uns zum Glück nicht, entweder gesellte man sich als Pilot dazu oder aber als Zuschauer und Helfer.

Was Markus mit seinem Segler da anstellt, muss man gesehen haben und auch dann fragt man sich, wie macht der das ?! – Aber einfach klasse, solche Kaliber um sich zu haben, die unsere Szene prägen und vor allem auch Tipps weitergeben und eben den Spaß an dieser Sparte verstehen zu leben und zu teilen.

Einen Riesendank an alle offiziellen Helfer wie Wettbewerbsleitung, Punktichterm Schlepperkollegen und an den gastgebenden Verein der IMS Bad Neustadt an der Saale in Form von Wolfgang Süssner und seinen Kollegen, die vor Ort waren und uns wirklich toll unterstützt haben.

Wer mitmachen möchte, „you are welcome“ …

 

Spätestens zur folgenden 17. Int. DM in Flachslanden in Mittelfranken !

 

Christoph Fackeldey

 

Fotos:  Fabius Fackeldey, Ulf Reichmann, Christoph Fackeldey 

Coachleiter

 

 

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