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Eigentlich braucht man bei Ulf´s Technikfeatures kein Vorwort, aber hier das möchte ich doch erzählen …

„Rauch am Acrosegler …“, nein das mache ich nicht, ich will hier einfach mal wieder mitfliegen und dazu braucht es kein Rauch … - Nun, spätestens in dem Moment, in dem Ulf sich verschiedene Rauchpatronensysteme in Eversberg näher zu Gemüte führte, war klar – das wird nicht lange dauern, Ulf´s Gehirnzellen waren schon in dieser Richtung auf der Heimfahrt programmmiert, stimmt´s ?  - Nun, eines war mir klar, wenn er Rauch an seinem SZD 59 als Feature dazu nimmt, dann wird das mal wieder was ganz neues aus dem Hause Reichmann.

Und genau wie Ihr Euch freut, das zu lesen, tue ich das auch, weil man beim Lesen diese Leidenschaft spürt, mit der Ulf erst im Geiste und dann in der Werkstatt „zu Werke“ gegangen ist …

Aber genug der Mutmaßungen um dieses Kapitel, in Meiersberg durfte die ich neueste Version der Thunderbird´s bestaunen … Viel Spaß beim Lesen mit Ulf´s Report !

Filigrane Technik ...

Der etwas andere Rauchpatronen Halter,

oder die Stippvisite in der Segelkunstflugszene und Ihre Folgen,

Wie alles kam ...

Am Anfang der Saison 2010 besuchte ich das Trainingslager und die gleichzeitig durchgeführte Punktrichterschulung in Hammersbach im Segelkunstflug. Hauptsächlich wollte ich nur die Segler nach oben bringen doch dann kam alles anders.

Es waren ausreichend Schlepper vor Ort und so bemühte ich mich mit meinem SZD-59 es den anderenTeilnehmern gleich zu tun. Ich versuchte in kurzer Zeit das Programm einzustudieren und es auch fliegerisch umzusetzen. Das bereitete mir sehr viel Spaß und so ließ ich mich am Samstagabend von Ralf Wunder und Ralf Doll überreden an dem am Sonntag stattfindenden kleinen Regionalwettbewerb teilzunehmen.

 

Das Fieber war wieder geweckt ...

Die Saison nahm Ihren Lauf, ich flog den SZD verstärkt in der kurzen Variante, also ohne Ansteckflächen in der Kunstflugversion.

Ein 2. Regionalwettbewerb folgte und es war dann klar die DM nehme ich auch noch mit.  Meinen Platz als Schlepper habe ich dann komplett an Eric Laumann von den Acrogliders abgegeben.

 

Die DM und ihre Folgen,

Im Vorfeld habe ich immer gesagt, Rauchpatronen brauche ich nicht, ich fliege ja nur so mit, aus „Lust und Laune!“

Das habe ich auch so gemacht, die nun noch verstärkte „Lust und Laune“ veränderte meine Sichtweise auf die Sache mit den Rauchpatronen so sehr, das ich mich entschloss doch noch Kabelkanäle durch die Flügel zu ziehen.

 

Grundüberlegungen; in Kurzform

Löcher bohren, über 2,70 m …. nicht so einfach,

Steckkontakte außen und an der Wurzelrippe… viel Aufwand, Platz für den Zündakku und Zündschalter vorsehen… keinen geeigneten Platz…. Lust verloren!

 

Die Idee und die Entscheidung;

Grundidee war es einen ganz neuen Weg zu gehen. Ein autarkes System auf einfache Weise zu erstellen, anstecken, anschalten und fertig.

Die Multiplex M-Link Technik macht es möglich auch mehrere Empfänger an ein bestehende System zu binden. Die kleinsten 2,4er   6 Kanal Multiplex Empfänger wiegen nur ca. 3 g, sind auch LiPo fähig  bis zu 9 V, sowie ein Regler für bürstenlose Motoren MULTIcont BL-17 mit BEC waren dann der Einstieg. Also beide schnell aus dem Shocki zu den anstehend Testzwecken gebaut. Dan rief ich bei Multiplex an und fragte ob es irgendeinen Grund gäbe der dagegen spricht solch ein Vorhaben zu verwirklichen. Das war nicht der Fall, ganz im Gegenteil die Entwicklungs- Ingenieure waren begeistert! Also schnell ein paar Zünder und Rauchpatronen von Klima Raketenmodellbau  http://www.raketenmodellbau-klima.de

besorgt und die ersten Versuche gestartet.

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Der Versuchsaufbau;

Den 2 Zellen LiPo Akku 100 mAh! an den Regler gesteckt, dann über die BEC Stromversorgung den Empfänger angeschlossen, an den Sender gebunden, den 1. Servokanal frei gegeben, bei 16 vorhandenen Kanälen war das kein Problem. Den Kanal 1 auf den Knüppeltaster gelegt um größtmögliche Sicherheit zu gewähren, eine kleine Kontollbirne aus der Taschenlampe geschraubt und mit 2 Kabel und Stecker versehen und an 2 Ausgänge des Reglers gesteckt. Den 3. Ausgang am Regler einfach unberücksichtigt lassen.

Beim 1. Mal drücken nach dem anschalten der Anlage geht der Regler in die Ausgangsstellung. Beim2. Mal drücken „ging mir ein flackerndes Licht auf“ ein riesen HURA hörte man aus meinem Keller. Die Lampe flackert, weil der Regler ja für Brushlessmotoren konzipier ist und nur kurze Impulse ausgegeben werden.  Nun war nur noch die Frage ob auch der Zünder sich dazu bringen ließe zu explodieren? Ja das tat er, es schien kein Problem zu sein. Mehrere versuche bestätigten das. Die Spannung bricht auch nicht so stark ein das der aus dem gleichen Akku versorgte Empfänger zusammenbricht und sich neu starten muss.

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Die Randbögen, Patronen und Anlagen Halter,

Die meiste Zeit verbrachte ich mit der Konstruktion, Auswahl der Materialien und Anordnung der Rauchpatronenhalter. Aus Glasfaser Sandwichplatten fertigte ich mir ein 2. paar Randbögen welche beim SZD ja nur angesteckt werden müssen weil am Außenflügel die Steckungen für die „langen Ohren“ vorhanden sind.

Nach einigen Tagen Kellerarbeit kam dann der erste Prototyp in Maiersberg ans Tageslicht. Auch da war noch nicht klar ob die kleinen für die Indoorfliegerei entwickelten Empfänger überhaupt die nötige Reichweite von mehr als 500m erreichen würden.

Weiterhin war ich gespannt, wie die Rauchpatronen sich beim herein brennen in die Aluminium Rohre verhalten würden, ob diese beim verkohlen stark anhaften und ich dann große Reinigungsaktionen starten müsse? Deshalb habe ich vorbeugend die Alu Rohre mit einem Hitzebeständigen Trennspray behandelt.

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Der Praxistest;

Die Aufregung war sehr groß das gleich bei einer öffentlichen Veranstaltung zu präsentieren. In der Werksatt hatte ich schon alles vorbereitet, also die Randbögen aufgesteckt, Sender an, Empfänger  mit Strom versogt, Kontrolllampe angeschlossen, 2 Mal auf die Taste gedrückt und kontrolliert ob diese leuchten und die Anlage bereit ist, Zünder angeschlossen, alles klar…….. nur nicht vorzeitig auf die Taste drücken dachte ich. Start frei!

Bei 500m kam das Signal von meinem Vario-Sensor das die Schlepphöhe erreicht war, ausklinken, gerade in die Kunstflugbox fliegen und 1 mal drücken. Leichter Knall und dann kam nur Rauch. Alle 4 Patronen zündeten problemlos, die Freude war unbeschreiblich!

Wer es sehen möchte einfach auf diesen Link drücken….

http://www.rcmovie.de/video/370aecb29bc7519c9dac/Ulf-Reichmann-SZD-59-Acro

Ulf lässt es rauchen

Das Fazit

Alle Anwesenden waren von der Idee und der Umsetzung begeistert.

An diesem Wochenende flog ich 4x mit Rauch, 2x zündete eine Seite nicht…. das gab mir zu denken und schnell wurde mir klar das das nur ein Prototyp bleiben würde. Den Fehler hatte ich gleich lokalisiert.

Es lag an den unzureichenden Kontakten zwischen Regler und Zünder. Den Zünder hatte ich nur abisoliert und einmal umgeknickt und in die am Regler befindlichen Goldkontakte geschoben. Das reichte manchmal als Kontaktfläche nicht aus.

 

Im Nachgang;

Die ganze Vorbereitung bis zum Start war mir immer noch zu aufwändig, mit Akku anstecken, Testlampen dazwischenschalten dann wieder beide Seiten kontrollieren, den Zünder bereithalten und „anfummeln“, nein so konnte das nicht bleiben.

Zu Hause stöberte ich im Internet nach einem geeigneten

3-Stufen Schalter welcher in einer Funktion den Empfänger an bzw.- ausschalten kann ( Aus ),  2. in der Ein-Stellung eine kleine Leuchtdiode dazwischenschaltet ( Test ), und 3. dann den Zünder scharf stellt und die Diode wieder entkoppelt  (Zünd. )

Auf dem Fotos sehr Ihr die Schalterstellungen und das Endergebnis. So braucht man auf dem Flugfeld keine große „Fummlelei“ veranstalten. Das Kontaktproblem habe ich auch gelöst nun löte ich zu Hause schon übrig gebliebene Uni Stecker an den Zünder. Also auch da ist nur anstecken angesagt und alles sollte jetzt perfekt funktionieren. Nach dem Flug bewahre ich die Uni Stecker auf und löte diese wieder an die neuen Zünder. Ganz in Ruhe, mit den Gedanken an die schönen Flüge und die die da hoffentlich noch kommen werden!

 

Gestatten, Thunderbird meine Name

Mit F-Schleppontour ans Ziel, M-Link macht’s möglich!

 

Ulf Reichmann

 

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