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Großseglertreffen in Crailsheim, Ulf berichtet  ...

 

Nachdem wir in Borstel Hohenraden unsere diesjährige DM im Seglerschlepp mit gutem Erfolg beendet hatten,  blieb ich noch eine Woche in Norddeutschland um den sagenumwogenden 4-tägig anhaltenden Regen einmal kennen zu lernen. Schnell hatten wir die Nase voll und begaben uns wieder zurück in die Mitte Deutschlands. Zu Hause angekommen strahlte die Sonne mit 28 Grad und verwöhnte uns mit blauem Himmel. Schnell kreisten alle meine Gedanken wieder um die Fliegerei. Also habe ich schnell mal Alex angerufen und mich zurückgemeldet. Er berichtete, dass er am folgenden Wochenende auf den Wächtersberg fahren würde. Meine Begeisterung war gleich groß so dass  klar war - ich muss wieder mal weg……

 

Nun merkte ich erst bei der Online Anmeldung, dass es sich ja um eine Segler Classics Veranstaltung für Modelle bis Baujahr 1975 handelte. Meinen Bocian hatte ich voriges Jahr verkauft und meine beiden aktuellen Segler sind eher „moderne“ Flugzeuge. Auch die Schlepperfrage war selbstverständlich schon lange geklärt, so dass ich mich für ein kleines entspanntes Segler-Treffen in Crailsheim entschieden hatte.

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So packte ich am Freitagmorgen meine Sachen und zog los einen neuen Flugplatz kennen zu lernen. Es freute mich sehr einmal auf dem Heimatplatz von Werner Schuster und Charly Uhl Gast zu sein. Seit ca. 20 Jahren begleiteten beide mich bei den vielen F-Schleppwettbewerben als Schiedsrichter. Werner hat sich in den letzten Jahren einer vielversprechenden  Jugendgruppe gewidmet. Einige von ihnen fliegen seit ein paar Jahren ebenfalls schon Wettbewerbe mit.

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Schön war es, bekannte und auch neue Gesichter zu sehen, sich entspannt zu unterhalten und ausgiebige Flüge zu absolvieren. Genau das ist es doch, was man sucht!

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Auch in Crailsheim wurde im Vorfeld nach geeigneten Schleppern Ausschau gehalten. Damit steht und fällt ein solches Wochenende. Ausreichend Modelle standen an der Startlinie. Unter den zahlreichen Wilgas war auch eine hervorragend gebaute OMF Symphony 160 von Erwin Schreiber      

                          (www.rc-flight-academy.de)  und eine Bellanca.

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Loben möchte ich die fliegerische Leistung der Schlepppiloten, welche mit Begeisterung die Segler in ihr Element beförderten. In der F-Schleppszene ist ein Wandel zu spüren, es ist vielen Seglerpiloten lieber, mit sauber geflogen Runden, mit etwas weniger Steigen, dafür gleichmäßig und langsam und nicht zu vergessen leise nach oben gezogen zu werden.

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Damit wird der Schlepp zu einem echten Erlebnis, fördert die Gemeinschaft und bringt allen mehr Freude. So erhalten auch die Schlepper viel Lob für die erbrachte Leistung.

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Beispielgebend möchte ich hier einmal Dietmar Meindl und Berthold Strempfer nennen, welche unter den vielen anderen das so praktizieren. Sich in der Szene einbringen -immer weiter lernen, Ihre eigenen Träume verwirklichen, neues versuchen und nicht nur von anderen abschauen.

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Sei es bei den Seglertreffen oder Wettbewerben wie z.B. dem Bayern Cup. Die Motor-Leistung ist eben nicht alles!

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Wenn die fliegerische Leistung nicht dahinter steht, sieht man so manchen vernünftigen Seglerpiloten sein Modell wieder nach hinten tragen.

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Da der Andrang an Seglern bei solch einen kleinen Treffen nicht sehr groß war kamen alle reichlich zum fliegen.

Dietmar Meindl zog mich am Sonntag schon vor dem Frühstück 6 x nach oben bis der Kaffee durchgelaufen war.

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So konnte ich ausgiebig mein Kunstflugprogramm fliegen ohne jemanden beim Kreisen zu stören. Das was ich schon auf dem Platz gesagt habe möchte ich hier wiederholen, „schön das wir solche Schlepper haben!“

 

Danke auch den vielen Helfern des Vereins die es schafften so eine lockere Atmosphäre aufrecht zu erhalten.

 

Ach ja, da gibt es ja noch ein noch nie angesprochenes Thema, die „Lästerbank.“ Jeder, der bei solchen Treffen einmal dabei gewesen ist weiss bestimmt, was gemeint ist. Das sind die Stuhl- oder Sitzreihen, die im angenehmen Schatten von Bäumen, Sonnenschirmen oder Vereinshütten zu finden sind, es sind genau diese Modellflieger die lustige, (manchmal auch gemeine) aber immer nicht so ernst gemeinte Witze über diejenigen verbreiten, die gerade beim Fliegen sind. Ich finde es sind einfach wir alle! Und wie es die Gerechtigkeit so will, ist jeder mal dran. Die Lästerbank gibt es überall auf allen Flugplätzen, sie ist das gewisse Etwas, sie bringt viele Lacher, viel Spaß und so manche Wahrheit ans Tageslicht, sie ist ein Teil der großen freundlich gestimmten F-Schleppfamilie. Und wie es ein Teilnehmer, so finde ich es richtig,  auf den Punkt gebracht hat,..... „wer das nicht vertragen kann soll zum Lachen in den Keller gehen!“

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Nun möchte ich noch ein weiteres  Tabu-Thema ansprechen welches zum Nachdenken anregen soll. Es ist das Schleppseil. Bei fast jedem Schlepptreffen kommt es vor, das das Schleppseil von beiden Maschinen abgeworfen werden muss.

 

Meistens ist es so, dass der Segler nicht rechtzeitig ausklinken kann. Die Hintergründe sind vielfältig und sollen hier auch nicht maßgebend sein. Nun ist das Seil also weg! Wo es genau abgeworfen wurde,  kann meistens keiner so genau mehr sagen. Beide sind froh, dass die Modelle heil sind. Nun sollten doch alle meinen, dass sich der Verursacher auf die Suche macht. Aber weit gefehlt. Es läuft meistens nur einer… der Schlepppilot. Hierbei geht es auch nicht darum, wer nun das zu verantworten hat!

Die Landwirte, welche im Umkreis von Modellflugplätzen schon Stunden die verflixten Seile aus ihren Maschinen geschnitten haben oder Ihre Tiere den nächsten Tag vom Baum befreit haben sind nicht mehr freundlich gestimmt.

Ein jeder sollte bitte darüber nachdenken. Weiterhin würde ich erwarten, dass sich beide in die Augen sehen und darüber sprechen wie der Schaden ersetzt werden kann. Dieses ist doch Ehrensache und gebietet der Anstand. Das Schleppseil ist doch das Bindeglied zwischen beiden Fliegern und beiden Piloten, meisten gehört es nur einem, beide sind aber dafür verantwortlich!

 

Es war ein tolles Wochenende, gerne denke ich daran zurück, danke allen Verantwortlichen, Helfern und Gleichgesinnten.

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Bis zum nächsten Mal!

 

Ulf Reichmann

 

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