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Leise schleppen, geht das ?

Ulfs Wilga

 

Das neue Jahr ist schon voll im Gange und beinahe hätte ich vergessen, dass ich noch ein paar Zeilen zum Thema „leise schleppen“ schreiben wollte. Durch einen Anruf eines Modellfliegers, der mir genau diese Frage stellte (kann man überhaupt auch leise schleppen, oder muss das immer mit einer riesigen Lautstärke verbunden sein), wurde ich wieder daran erinnert.

Wenn man sich so diverse Schlepptreffen in Erinnerung ruft, stellt man fest, dass wir anscheinend selten ein Problem mit der Lautstärke auf unseren Modellflugplätzen haben. Da werden teilweise Modelle mit übergroßen Motoren und zu kleinen Propellern eingesetzt,  Lautstärke ist Nebensache, die Hauptsache ist, dass es vorne richtig brummt und zieht. (Oft wird auch der Begriff „reißen“ eingesetzt). Mittlerweile gehen aber doch schon einige Schlepppiloten mit gutem Beispiel voran. Es geht natürlich auch leise. Das Problem, das sich aber für diese Schlepper ergibt, ist oft folgendes. Da wird man dann gefragt,“ist das Vollgas“, „gib doch mal Gas“, „ist da nicht mehr drin“ usw. Auch viele Seglerpiloten sind der Meinung, wenn es vorne ordentlich brummt, komme sie schneller auf Höhe.

Dieser Eindruck ist aber nicht ganz richtig.

Leistung wird im Modellflug zu oft mit Lärm verwechselt.

Lärm ist aber der falsche Eindruck von Leistung. Was wirklich zählen sollte, ist die Zeit in der man einen Segler auf Höhe bringt. Vergleichen wir mal eine mittlere Wilga im Maßstab 1 : 3,5 mit 140ccm King eines Kunden und meine eigene Wilga identischer Baugröße jedoch mit 100 ccm King. Beide Modelle haben ein Bordanlasser. Die Vergleichs- Wilga wiegt durch den größeren Motor ca. 2 kg mehr. Da dieses Mehrgewicht auch mit nach oben gebracht werden muss, reduziert sich die Mehrleistung schon um einiges. Egal welche Luftschraube der Pilot einsetzt,  bei der Lärmentwicklung ist er hart an der Grenze des erlaubten Wertes. Meine Wilga wiegt 2 kg weniger und ist mit einer normalen Luftschraube 30x10 schon wesentlich leiser ( 71 db ). Vergleicht man dann die Schleppzeiten auf 500 m Höhe, ergeben sich Differenzen in der Schleppzeit von gerade mal 5-10 Sekunden. Das sind nur wenige Sekunden Unterschied, was ist das schon ?

Im direkten Vergleich  dieser beiden Schlepper (beide Züge starten gleichzeitig mit dem gleichen Segler im Schlepp) ist dieser kleine Unterschied kaum noch von Bedeutung.

Möchte ich noch leiser schleppen, verwende ich einen spezifischen Wilga-Propeller, wie er handelsüblich in diversen Größen von derzeit 2-3 Herstellern angeboten wird. Jetzt bin ich in der Lärmentwicklung bei gerade mal 68-69 db ! (gemessen gemäß den aktuellen Richtlinien zur Lärmmessung des DMFV)  Die zu Verfügung stehende Leistung nimmt aber nur geringfügig ab (wenige Sekunden). Also, wer leise schleppen will, kann das mit wenigen Sekunden  längerer Schleppzeit praktizieren.

Alex Wilga

Desweiteren habe ich schon desöfteren darauf hingewiesen, daß man seine Vorplanung beim Bau einer Schleppmaschine auch in Sachen Dämpferauswahl und Motoraufhängung nach Lärmkriterien betrachten sollte.

Wir sollten uns immer in Erinnerung rufen, so lange sich niemand beschwert, ist das alles nicht so schlimm. Sind aber erst einmal Beschwerden und Klagen von Anwohnern vorhanden oder vor Gericht, können wir mit diversen Auflagen rechnen. Es sollen ja auch schon diverse Plätze aus Lärmgründen geschlossen worden sein.

Das wollen wir alle nicht und obendrein macht es einfach allen Beteiligten mehr Spaß mit weniger Geräuschentwicklung seinem liebsten Hobby nachzugehen.

Schlepperwechsel

Alex Frisch

 

 

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