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Am 28.11.2008 habe ich bei Uli Hunschok in Velbert meine bestellte ASK 21in Empfang genommen.                              Folgende Vorfertigungsgrade habe ich im Mai bei ihm bestellt.

-  Steckung fertig montiert                                                                                                                                                        -  Querruder ausgeschnitten                                                                                                                                                      -  Höhenruder angepasst                                                                                                                                                           -  Hauptrad fertig gestellt (muss nur noch eingeharzt werden.)

Mein Teampartner Christoph Fackeldey hat mich begleitet und wir wurden von Uli in seiner Werkstatt in Velbert herzlich empfangen. Der Bausatz wurde uns im Detail genau vorgestellt und die ausgeführten Arbeiten an der Steckung sowie am Höhenruder und den Flächen erläutert. Uli Hunschok gab mir noch einige Tipps mit auf dem Weg, die ich auch gerne entgegen genommen habe.

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Die ganze Auslieferung zeigte uns wie professionell Uli sein Handwerk versteht, und dies spiegelt sich auch in der Qualität des Bausatzes wieder. Markus Böhm (auf dem Bild ganz rechts) war zufällig auch vor Ort und konnte mir noch einige Tipps aus seinen Flugerfahrungen mit der ASK21 mitteilen. Er flog die ASK 21 bisher auf den internationalen Meisterschaften       im F-Schlepp 2007 und 2008.

Sichtlich zufrieden fuhren wir nach Hause und am nächsten Tag habe ich mit den Arbeiten an den Tragflächen begonnen.Als erstes habe ich die Servokabel mit Hilfe eines Drahtes durch den vor gefrästen Schlitz gezogen

Da ich bei Uli fertige Servolocks für die Querruderservos in Standardgröße gekauft habe, musste ich die gefrästen runden Ausschnitte nur auf das rechteckige Maß anpassen und die Rahmen einharzen.

Diese fertigen Servorahmen erleichtern den Einbau der Querruderservos enorm und bei einem Defekt ist ein problemloser Austausch möglich, da die Servos nicht verklebt werden.

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Als nächstes habe ich Servohalterungen für die Störklappenservos hergestellt.

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Ich sägte aus 3 mm Birkensperrholz eine Grundplatte auf der ich einen angepassten Aluminiumwinkel für das Servo schraubte. Die komplette Servohalterung harzte ich in den  fertig ausgefrästen Schacht ein. Das Servo wurde mit dem Draht direkt verbunden, indem mit einer Z-Zange der Draht gebogen wurde.

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In den Wurzelrippen baute ich kleine Rahmen ein, in denen die MPX Stecker für die elektronische Verbindung zum Empfänger montiert wurden.

Als nächstes wurden die Störklappen mit Apachiholz verkastet und die notwendigen Lötarbeiten an den Servos sowie den MPX Steckern in der Wurzelrippe ausgeführt.

Nun konnte ich die Flächen an dem Rumpf anstecken und die Ausschnitte für die MPX Stecker im Rumpf erstellen. Die Flächen werden durch je 2 zwei Kunststoffschraube gesichert, dabei wird in der Wurzelrippe eine Gewindebuchse für eine 6 mm Schraube eingeklebt und eine Durchführung für die Schraube im Rumpf gebohrt. Ich nehme eine 6 mm Kunststoffschraube, säge den Kopf ab und verklebe eine Flügelmutter auf dem übrig gebliebenen Gewindestift, dadurch läst sich die Flächensicherung schnell am Flugplatz ohne zusätzliches Werkzeug anbringen. Bei einer ungewollten harten Landung können die Kunststoffschrauben brechen und der Rumpf wird dadurch vor starken Beschädigungen geschützt.

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Nun habe ich mit den Arbeiten am Rumpf begonnen. Zuerst habe ich die drei Räder eingebaut.Für das vordere Rad baute ich zwei Sockel aus Birkensperrholz in denen zwei Einschlagmuttern montiert wurden. Als Achse diente eine 3 mm Gewindestange, die durch die Einschlagmuttern eingeschraubt wurde.ask08

Das Hauptrad habe ich von Uli Hunschok als fertige Einheit mit Achse und Radkasten erworben und brauchte nur noch eingeharzt werden. ask09

Das hintere kleine Rad wurde einfach durch eine 3 mm Gewindestange die als Achse dient, angebracht. Der Rumpf wurde an der passenden Stelle durchbohrt und von innen mit 1 mm Sperrholz verstärkt. ask07

Das Höhenruderservo habe ich auf einen kleinen Sperrholzrahmen montiert und im Seitenruder verklebt.ask10

Etwas mehr Zeit benötigt man für das Seitenruder. Es ist zwar sehr weit vorgefertigt, nur die Erstellung der Anlenkung sowie der Drehachse die als Hohlkehle ausgeführt werden sollte, benötigt ein wenig mehr Aufmerksamkeit und Sorgfalt.ask13

Ich habe das Seitenruder mit Balsaholz aufgefüttert und ein Bautenzugaussenröhrchen mittig eingebaut. Nochmals wurde das Seitenruder mit Balsaholz aufgefüttert und anschließend rund geschliffen. Die zwei Ausschnitte für die GFK Drehgelenke mussten noch erstellt werden. Als Achse dient ein 4 mm Stahldraht. Der besondere Vorteil liegt darin, dass sich das Seitenruder demontieren lässt, ohne dass die Seilzüge von der Anlenkung entfernt werden müssen, dies ermöglicht einen ungehinderten Transport zum Fluggelände. Die Höhenruderflosse habe ich noch mittig V-förmig ausgeschnitten um dem Seiten – und Höhenruder die benötigte Drehfreiheit zu geben.Die beiden GFK Drehgelenke für das Seitenruder wurden in der Seitenruderverkastung eingeharzt. ask12

Nun muss man mit viel Sorgfalt das Seitenruder schleifen, damit es sauber passt und sich auch bewegen lässt. Die Verkastung mit den zwei Gelenken wurde schlussendlich eingeharzt und nun sah alles schon recht anschaulich aus.ask14

Nun komme ich zum Thema Schleppkupplung: Unter der Rubrik Bautipps findet ihr den Tipp von unserem Fliegerfreund Ulf Reichmann, der zu diesem Thema darüber ausführlich berichtet. Ich habe die Erstellung der Schleppkupplung diesmal auch so durchgeführt, und bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Das Servo habe ich in einem angepassten Aluminiumwinkel verschraubt. Der Aluminiumwinkel wurde unten mit Sperrholz aufgefüttert, durch schleifen am Rumpf angepasst und verklebt.

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Die vorgefertigten Bauteile für die Schleppkupplung

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Der Empfängerakku wurde auf einer Grundplatte verschraubt. Ich fertige gerne eine Bodenplatte aus GFK auf der der Akku mit Schrumpfschlauch befestigt wird. An den Rändern bohre ich passende Löcher, in denen kleine Gummipuffer eingebaut werden. Diese komplette Einheit lässt sich problemlos auf der Sperrholzplatte verschrauben. Für die Verschraubung baue ich M3 Einschlagmuttern ein, dadurch kann ich Imbusschrauben mit Feingewinde benutzen. Die Sperrholzplatte ist wiederum an der Schleppkupplung mit einem Aluwinkel verschraubt.

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Cockpit:

Für mich gehört bei einem Segler dieser Klasse der Cockpitausbau einfach dazu.

Um alles so scale wie möglich aussehen zu lassen, habe ich doch einige Gedankengänge gelebt und auch wieder verworfen.

Schlussendlich kamen die Ideen dazu doch während der Bauphase so nach und nach von alleine. Ich will jetzt nicht jedes Detail aufführen, sondern nur den groben Umfang beschreiben, Zuerst habe ich das hintere Cockpit erstellt, indem ich die Seitenteile aus Pappelsperrholz gefertigt habe. Alle hier beschriebenen Bauteile sind demontierbar ausgeführt worden, nur wenige Teile wurden feste verklebt. Die Seitenteile wurden mit Balsaholz aufgefüttert und anschließend in Form geschliffen und grau lackiert.

Den Sitz habe ich aus einer Kombination aus Pappelsperrholz, Balsaholz und wattiertem Stoff erstellt. Die hintere Sitzlehne ist klappbar ausgeführt worden um eine gute Zugänglichkeit zum Inneren des Rumpfes zu ermöglichen. Das hintere Cockpitpanel wurde aus Sperr- und Balsaholz gebaut und mit blauem Leder überzogen und anschließend mit grauem Effektlack lackiert.

Wie bei den manntragenden Vorbildern habe ich das vordere Panel im Haubenrahmen montiert. Dazu wurde eine kleine Kiefernleiste als Aufnahme für das Instrumentenpanel quer eingeklebt. Als Grundbrett wurde Birkensperrholz benutzt und wiederum mit blauem Leder überzogen. Der obere Aufbau des vorderen Instrumentenpanels wurde aus einer Kombination aus Sperrholz und GFK- Matte verschlossen und lackiert.

Die beiden Steuerknüppel habe ich aus Rundholz, Schrumpfschlauch und einer Kohlestange selbst erstellt.

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Haubenrahmenverschluss:

Zuerst war die Idee einer klappbaren Kabinenhaube mit Hilfe von Gasdruckdämpfern vorhanden, wurde aber dann doch verworfen. Die vordere Haube wird vorne mit einer  Kohlestange im Rumpf gehalten und hinten durch zwei Messingröhrchen arretiert. Die Messingröhrchen wurden mit einer 2 mm Bohrung versehen.  Durch einen 2 mm Stahldraht der in einem Bautenzugrohr geführt wird, wird die vordere Haube verriegelt. Die Hintere Haube wird vorne wiederum durch ein Kohlerohr arretiert und hinten mit einem Stift verriegelt.

Die Verrieglung der hinteren Haube habe ich folgendermaßen ausgeführt: Eine M3 Löthülse dient als Verrieglungsstift an dem ein Fahrradbremszug angelötet wurde.Der Bremszug wird in einem Bautenzugrohr nach hinten unter der Tragflächenanformung aus dem Rumpf geführt. Am Ende des Zuges habe ich eine Feder so verklebt das sie außen an dem Bautenzugrohr und an dem Stahlseil verklebt wurde. Durch diese Methode habe ich einen Federmechanismus erreicht der das Verschließen der Haube mit Federkraft bewirkt. Ein versehentlich zurückspringender Stift während des Fluges wird vermieden.

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Der Schrumpfschlauch dient nur der Optik!

Zum Schluss wurde der Rumpf innen mit Effektlack lackiert und die Instrumente aufgeklebt. Die kleinen Bremshebel für die Bedienung der Störklappen geben der Optik den letzten Schliff.

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Elektronik

Ich habe mich bei der Wahl der Empfänger für ACT entschieden, da ich in meiner Wilga damit gute Erfahrungen gesammelt habe. In der ASK sind zwei ACT DSL-8 DSQ eingebaut worden.

Eine Antenne ist in einem Bautenzugrohr mittig im Rumpf verlegt, die zweite Antenne habe ich gekürzt und an deren Ende wurde ein 2 mm Goldstecker angelötet. An einem 0,8mm Stahldraht habe ich die Buchse angelötet und  anschließend wurde der Stahldraht in die linke Fläche eingeklebt. Der Goldstecker stellt den Kontakt beim Zusammenbauen des Seglers her.

Als Kreisel wurde ebenfalls ein Produkt aus dem Hause ACT verwendet.

Das Seitenruderservo, die beiden Empfänger sowie den Kreisel habe ich auf einem Sperrholzbrett unterhalb des Steckungsrohres montiert. Das komplette Brett ist auf Aluminiumwinkel demontierbar verschraubt.

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Endspurt

Die Flächen das Höhen- und Seitenruder wurden mit Schleifgrund behandelt, geschliffen und anschließend mit Oracoverbügelfolie bespannt.

Nachdem die meisten Arbeiten abgeschlossen wurden, habe ich die Cockpitbauteile zum Zweck des Lackierens erst mal wieder ausgebaut. Den Rumpf habe ich mit feinem Schleifpapier und mit Schleifwolle geschliffen, und die Naht wurde so gut es ging plan geschliffen. Die nötigen Abklebearbeiten habe ich noch durchgeführt und dann ging es ab zum Lackierer. Der Rumpf wurde mit weißem Basislack und anschließend mit Klarlack lackiert. Nach zwei Tagen habe ich den Rumpf abgeholt und das Zusammenbauen konnte beginnen. Die feinfühligen Arbeiten der Dekoraufbringung überließ ist meinem Teampartner Christoph. Anhand der Originalansichten im Internet war aus dem weißen Storch binnen einer Stunde ein bunter Vogel geworden. Nach dem Aufbringen der Plotterfolie haben wir den Rumpf innen nochmals mit Graphitlack lackiert und am nächsten Tag konnten die vorgefertigten Instrumententeile und Sitze wieder eingebaut werden. Nun folgte die schöne Arbeit des Cockpitausbaus, kleine Details wie Kartentaschen, wichtige Fliegerlektüre, Kamera und Mikrophone runden das Bild sehr schön ab.

Am Samstag war das Flugwetter für den Nachmittag nicht so toll gemeldet und deshalb haben wir uns kurzerhand entschieden die ASK 21 auszuwiegen. Die große Creditreformgarage von Christoph´s Arbeitgeber eignete sich für diese Arbeiten optimal, da der Segler komplett aufgebaut werden kann und über eine Seilverbindung zum Stahlträger frei schweben kann.

Wir haben den Schwerpunkt ca. 1 cm vor dem Steckungsrohr eingestellt und werden die ASK mit diesem Wert erst mal einfliegen. Die Feinheiten werden sich durch die Flugerfahrungen mit der ASK 21 noch ergeben.

Das ermittelte Abfluggewicht mit zwei Pilotenpuppem beträgt 13,68 kg; so das wäre es erst mal zum Thema Bauen.

Wir werden über den Erstflug natürlich berichten und wünschen einen guten Saisonstart 2009. Der ist inzwischen erfolgt und alle Infos hierzu findet Ihr unter Flugberichte auf dieser Seite.

Holger Thönnes

Baubericht HT

 

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